Quantya Evo 1

...von Adler bis Maserati & von Norton bis Zündapp - alles andere eben.

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JAU
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Quantya Evo 1

Beitrag von JAU »

Es beschäftigte mich schon eine ganze Weile. Diesen Sommer konnte ich einfach nicht mehr anders und hab mir einen Elektrohobel angeschafft.
Und wie man das als intelligenter, vernünftiger Bastler macht selbstredend ein Modell an dem der Hersteller Pleite gegangen ist. :D
Quantya2.jpg
8kW, bis zu 70kmh, 2670km, 210h, EZ '09

Das mit der Pleite macht das Fahrzeug, von der Anschaffung her, halt interessant weil es sonst kaum einer haben will. Es könnte da aber auch noch andere Gründe geben... :?

Das konkrete Modell war mir ins Auge gesprungen weil es nicht mit dem originalen Akkupack ausgeschrieben war sondern schon ein Nachbau drinsteckte. Ausgehend von Laufleistung und Betriebsstunden deutete das auf einen brauchbaren Speicher hin. Verkäufer meinte was er sei 21km damit gefahren und die Anzeige stand beim letzten Punkt.
War aber noch nie in DE zugelassen, das Mopped stammt aus den Niederlanden und war da wohl bei einer Behördenflotte im Parkdienst unterwegs. Da wurde auch der andere Akku installiert. Zu dem Zeitpunkt plante ich im Winter einen neuen Akku aufzubauen.
Einzig konkretes Problem: Das Zwischenritzel auf der Schwinge machte Geräusche, neues Nadellager nötig.

Als erstes hab ich mit um eine gültige HU gekümmert. Das Mopped fuhr, Lichter soweit gut, alles original. Es brauchte nur ein paar zugelassene Reifen und den roten Reflektor.
Dachte ich. :ops:
Erstes Problem: Keine Zulassung, keine Versicherung, keine Probefahrt. Auch nicht auf dem Betriebshof! Am Handy mal eben eine EVB-Nummer geben lassen und der Prüfer wurde aktiv.
Der Seitenständer klappte nicht vollständig hoch weil die Platte und der Bolzen eingelaufen waren. Der nicht so erfahren Prüfer hat daraufhin einen Kollegen zu Rate gezogen.
Seitenständer ginge vielleicht noch, aber fehlender Kettenschutz (hab ich auf keinem Foto je gesehen) und der Abstand der vorderen Blinker (original!) zu eng. Einen Kettenschutz hab ich mir auf die schnelle selbst gezaubert, Blinker anders montiert (sieht etwas affig aus jetzt) und der Seitenständer wurde durch drehen der Platte erstmal gut genug. Für den selben Tag hat's freilich nicht gereicht.
Seitenständerplatte.JPG
Jetzt sind Fahrzeuge und Ausland so eine Sache. COC war zwar vorhanden, der Verkäufer hatte damals in NL aber keinen Vertrag abgeschlossen. Er erzählte mir zwar er hätte sie auf 50er zulassen wollen das aber nicht bis Ende verfolgt. Weil ich unter den Voraussetzungen etwas unwillig war hat er sich "gekümmert" und eine "Betriebserlaubnis" erteilen lassen. Das war dann ein Stempel auf der COC der was von "beigefügte Unterlagen" sagte aber keine weitere Unterlagen dazu. :irre:
Entsprechend fragend haben sie mich auf der Zulassungsstelle dann auch angesehen. Mit den niederländischen Papieren hatte sie dann aber was. Die Systemabfrage ergab das Fahrzeug sei verschrottet worden. Der Verkäufer hatte erzählt eine Systemabfrage seines Landratsamtes habe nix ergeben.

Statt der gestempelten COC hab ich eine Zulassungsbeischeinigung ausgestellt bekommen. Ist für 125 zwar nicht zwingend nötig (keine Zulassung, nur Kennzeichenpflicht) aber macht das Leben doch etwas einfacher. Bei wiederholtem Halterwechsel wird der Platz auf so einer COC nämlich schnell knapp...

So konnte ich erstmals Mitte August damit zur Arbeit fahren. Seit ich mein Häuschen hab machte ich das nämlich mit dem Auto. Zu Fuß dauert mir zu lang. Fahrrad hab ich nicht hinbekommen (Schweinehund). Für Auto und Baghi ist es zu nah.

Am ersten Freitag kein Thema. Montag hinzu liegen geblieben. Auf die schnelle bei Verwandtschaft untergestellt und den Rest gelaufen.
Nachmittag sachte heim gefahren und ans Ladegrät gehängt.
Nächster Tag über Umweg heim, wieder der Saft ausgegangen.

Satz mit X: das war wohl nix... :ugly:


... Fortsetzung folgt.
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Micha 07
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von Micha 07 »

Hallo Jau ,
Respekt ,ich hätte schon nach den ersten drei Behörden- oder Tüvproblemen aufgegeben .
Und, wie ist das so ,wenn man den Motor startet und man hört nichts :D ?
Gruß Micha
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JAU
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von JAU »

Ich brauch's nicht laut beim Fahren. Von daher passt das.
War nur etwas ungewohnt das man jedes Mätzchen der Kette hört (nächste oder übernächste Folge? :? ).


mfg JAU
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Hendrik
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von Hendrik »

Daniel, das ist sooooo klasse, ich hoffe du bekommst sie noch zuverlässig zum laufen.
YMMD!

Die Philosophie, etwas zu kaufen, was die andren nicht wollen, hat mich Tom Multipla 1 gebracht.

Alles gute
Hendrik
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JAU
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von JAU »

Spoiler: Sie fährt schon wieder. :cool:
Wie zuverlässig wird sich aber noch zeigen müssen. Ich wäre sogar rechtzeitig fertig gewesen zum letzten 2020 Termin auf der Endurostrecke. War gebucht und bezahlt. Und hatte an genau dem Wochenende zwei Symptome...

Das Thema Akku klammere ich heute noch aus, hat dramaturgische Gründe. :D


Im letzten Beitrag kam der Verkäufer nicht sonderlich gut weg. Das Gespräch war aber durchaus ok, hab ein paar Infos rausgezogen die meine vorhergegangene Beschäftigung mit dem Thema noch nicht her gab. Auf die Problemstelle Sekundärritzel hatte er mich auch selbst hingewiesen. Ansonsten stand das Mopped ja gut da. Plastik, Bremsen, Lager, Räder (wenn auch falsche Größe). Ein Satz 17" vom Modell FMX war noch dabei (dazu später mehr).
Gut, hätte ich gewusst das der Akku total fertig ist hätte ich weniger gezahlt. Aber so kann's gehen: Indizien interpretiert und falsch gelegen. :blush:

Also, da simmer nun. Mopped auf dem Anhänger und ein paar Adressen in der Tasche wer weiterhelfen könnte im Bezug auf Teile.
Die Fahrzeuge sind relativ viel in Quantya-Parks als Leihmopped gelaufen (1€/min). Händlernetz gab's dagegen nicht wirklich. Aber wie so oft baut man sowas kaum aus dem Nichts, da sind Teile dran die irgendwo anders herkommen. Bestandsaufnahme ist angesagt.

Hersteller hat sich entschieden die Motordrehzahl über ein Zwischenritzel zu herunterzusetzen:
Motor, Zahnriemen, Doppelrad auf Schwingenachse, Kette, Rad.
Ritzel2.JPG
Die Lagerung des Ritzels ist kein großes Ding. Standard Nadellager und Dichtringe. Wenn das Lager nicht mehr ganz sauber läuft klackerts beim Fahren und der Riemen läuft einseitig. Reagiert man rechtzeitig hat man auch kein Problem mit der Schwingenachse. Mein hatte leichte Laufspuren, aber die meisten Federn haben die Nadeln gelassen, waren halt platt gelaufen.

Mehr Sorge machte mir an dem Punkt aber der Umstand das ich da völlig übliches Verschleißteil in Händen hielt das total von allem abweicht was ich bislang an Händen hielt: Ein verdammtes Kettenritzel.
Ritzel3.JPG
Ritzel.JPG
Und ich hab keinen Schimmer woher das Teil urspünglich stammt.
Zwar hatte ich vom Verkäufer eine Hinweis auf eine hilfreichen Parkbetreiber erhalten der auch noch ein par Ersatzteile herzugeben hat (seit ich mit dem Kontakt aufgenommen hatte hab ich auch ne Teile- und Preisliste). Konnte da eine Schwingenachse abgreifen, aber kein Ritzel und auch kein verwertbarer Hinweis wer es gefertigt haben könnte.

Jetzt ist das mit dem Zahnriemen aber auch nicht unbedingt der größte Wurf.
Zum einen wegen Elektro, da geht mehr Kraft verloren als an einer Kette.
Zweiter Punkt: Wenn da Offroad was rein kommt ist fix der Riemen gerissen.

Dem Problem haben sich schon andere angenommen und den Primärantrieb auf Duplexkette umgebaut. Nur 2 Monate bevor ich mir die Q gekauft hatte waren da auch welche bei eBay-Kleinanzeigen aufgetaucht und ich hab da kurz überlegt ob ich einfach zu schlagen soll.
Hab's nicht getan. :zensur: Und auch da noch nicht herausbekommen woher es stammt.

Jetzt kann man den Trick sicher nochmal abziehen, die Entwicklungsleistung bleibt da aber an mir hängen.


Die Elektrik ist recht überschaubar. Einmal 12V fürs Licht zu dem es im Handbuch einen unleserlichen Schaltplan gibt. Kabelfarben vermutlich italienischer Pixelbrei.
Der 48V Fahrkreis ist undokumentiert, mit der Herstellerdoku von Regler und Batteriewächter ist das aber nicht sooo schwer zu entschlüsseln.
Der Fahrtregler, eigentlich nix weiter als ein Drehzahlsteller, wurde für Golfkarts konzipiert. Serielle Schnittstelle über die man an dem Ding ein paar Parameter spielen kann, die Software gibt's beim Hersteller als Download. Über's Gaspoti wird Drehzahl angesagt, der "Regler" zerhackt die Fahrspannung entsprechend. Fertig ist der Lack.
Heißt aber auch: ab dem Moment wo man das Gas betätigt steht volles Drehmoment am Hinterrad an. Ist jetzt nicht so das es ständig schlupft, soviel Bums hat der Motor nicht, aber für Offroad ist das nicht wirklich Ideal. Auf der Straße bisslang kein Thema, ist nur etwas ungewohnt das mit steigender Geschwindgkeit der Leerhub am Gasgriff größer wird.
Es gibt Lösungen den Drehzahlsteller um eine Stromregelung zu erweitern, dann wäre der Gasgriff nicht mehr Drehzahl- sondern Drehmomentsollwert. Entschieden ist in er Hinsicht noch nix.

Ein Umbau an der Elektrik war mir aufgefallen: Im Lichtkreis (12V) fand ich ein undokumentiertes Relais das bei Betätigen der Bremse das Gaspoti vom Regler trennte. Idioten-Sicherung das man kein Stoff aufs Rad gibt während man auf der Bremse steht? Hab's ausgebaut.
Ansonsten scheint nix speziell für die LiFePO4 umgebaut worden zu sein. Statt des originalen, sehr teuren 12V Akkus (280€ Liste) war ein asiatischer DC/DC-Wandler auf 12V verbaut. Angebunden über die Hilfskontakte vom Akkustecker.
In der Verkleidung vorne steckt noch immer der Rest einer Klinkenbuchse. Ehemaliger Ladeanschluss des Lichtakku?


Ich hatte einen generellen Hinweis auf Husqvarna als Teilelieferant erhalten. Und die Technik mit der 40mm USD Gabel deutet auf 125er hin.
Exakt beziffern kann ich es nicht, Tendenz ging aber Richtung WRE bzw. SME Baujahr 2007. Straßenmopped. Sprich: Budget-Modelle für 16-jährige. :/
In dem Dunstkreis hab ich dann auch Teile für mein Seitenständerproblem gefunden. :borat:
Wobei, nicht so ganz: Bei der Q läuft Stahl auf Stahl. Bei den H ist ein Gleitlager verbaut, das mir leider noch fehlt. Hab beim Lesen der Zeichnung nicht genau genug hingeschaut.

Allerdings bin ich dann später zu dem Schluss gekommen das es sich dabei nicht um die direkte Quelle handeln kann.
Als ich nämlich nach einem anderen Verschleißteil, dem Kettenrad, recherchiert hatte bin ich mit der originalen Teilenummer auf eine Treffer gestoßen: Modell WSM oder WXE 50 von CH-Racing.
Hersteller mit Sitz in der italienischen Schweiz. Na, wenn das kein Zufall ist... :prost:

Spassig ist daran das der Online-Händler wo ich die H-Teile gekauft hatte auch die CH-Racing im Angebot hat.


Und so ergibt sich Stück für Stück ein Bild.

Code: Alles auswählen

Ersatzteile Quantya EVO						
Stk	Teil			Abmessungen			OEM		Art.Nr Org	Art.Nr	Alternativ		Kommentar Alternativ
	Bremsscheibe vorne	260x108x3 Loch6,5 6(3x2)x?	NG Parts	640-4700					CH Racing WSM/ WXE/ WXR 125 (2005), Husqvarna HUSKYBOY 50 R (2001)
	Bremsscheibe hinten	200x45x3 Loch? 5X?		NG Parts	781-4646	0372929	
	Bremssattel vorne					AJP		8041900		
	Bemssattel hinten					AJP		8052100		
	Bremsbelag vorne	94/77x42x8					SBS-S-40GF P0		
	Bremsbelag hinten	46x36x6				Peugot?		SBS-S-40GF	EBC FA115			CH Racing WSM/WXR
	Primärriemen		Profil M8 576x30 72 Zähne?	Strongbelt	576 8M-30		
	Kette			428 122 Glieder (zu kurz)	DID		428 NZ		
	Kettenblatt 18"		56 Zähne			Supersprox?	xh2814 56	Afam 93117-56			CH Racing WSM/WXR / 100mm Zentrum, Loch8,4, 6(40°&80°)x115mm 
	Kettenblatt 17"(FMX)	56 Zähne			France Equip.	415-56 (passt nicht!)				BETA Evo 80 Senior (2009-2020) 60Z / 40mm Zentrum, Loch 8,5, 5x60mm
2	Schwinge Lager		26x20x18					HK2016	
2	Schwinge Dichtung	26x20x3				
2	Ritzel Lager		26x20x22					HK2016		HK2018-RS
2	Ritzel Dichtung		26x20x3				
	Ritzel			428 17 Zähne			Qantya?			
	Riemenritzel		Profil M8 30mm 30 Zähne				
	Taperbuchse		1615-19				Optibelt			
	Keil				36x6x6				
	Riemenrad		126x40x35,5 8M 50 Zähne Loch8 4x?				
8	Kohlen			19x3/2x23?			L.M.C.			
	Regler							Alltrax		AXE7245 R5		
	DC Relais		48V 200A, 48V Spule						MZJ-200D/48-48A			
	Batterieanzeige	48V "Quantya"				S.P.E.		ULBF52RC					nicht mehr Verfügbar bei S.P.E.
	Batteriestecker	48V 80A 25mm²				Rema		FT80	81221/00	
	Batteriebuchse	48V 80A 25mm²				Rema		FT80	81201/00	
	Scheinwerfer						Rinder Industrial SA						Polisport Scheinwerfer Halo LED ?
	Ladegerät			48V 20A IUO		S.P.E.		CBHF2		
	Ladestecker		50A 600V			Anderson	SB50 RED 6(?) AWG	6331G1 	
	Seitenständer Platte							800084176					Husqvarna WRE-SMS 2007?
	Seitenständer Schraube							8a0097976 					Husqvarna WRE-SMS 2007?
	Seitenständer Buchse	nicht Original					Bronze 10x13x15	
	Felge vorne 17"		17x2,5, 36 Speichen, Punzung B	Morat			
	Felge vorne 19"		19x1,6, 36 Speichen, Punzung B	Akront			
	Felge vorne 21"		21x1,6, 36 Speichen, Punzung A				
	Felge hinten 18"	21x1,85, 36 Speichen, PunzungB	Akront			
	Felge hinten 17"	17x3,5, 36 Speichen, Punzung B	Morat			
	Nabe vorne						Grimeca?			
	Federbeinschutz						GasGas		BE2504200008		
	Kotflügel vorne						UFO								KTM 65 3070		
	Umlenkung						Cagiva		?						Cagiva Super City? Cagiva W8?
6	Umlenkung Lager								HN1816		
6	Umlenkung Dichtung							W18-24-3 BAOF 		
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von Hendrik »

Das Ritzel könnte man sanieren.

Es gibt in Oldtimer Segment solche Ketten Ritzel Ringe, die du aufschweißen kannst.
Ich habe mal damit ein 23er Ritzen für die ETZ gebastelt.

Viele Grüße

Hendrik
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JAU
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von JAU »

Hm. Hast du da eine spezifische Bezugsquelle? Meine Suche war da nicht sehr ergiebig.
Ich vermute aber mal das die an normalen Rohlingen den Innendurchmesser größer drehen.


mfg JAU
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von JAU »

Ab Werk hatten die Quantya LiPo-Zellen verbaut. 14 Pouchzellen mit jeweils 40Ah in Reihe geschalten. Nennspannung wurde mit 48V beziffert, ist in Realität aber etwas mehr (51V).
Problem: das Batteriemanagement (BMS) hat schwächen. Die Zellen von Kokam machen da schnell dicke Backen und ein Stück kostet mal eben >300€.
Weil man aber nie gute und schlechte Zellen mischen soll... :shock:

Die Niederländer haben für ihre Flotte Akkupacks mit LiFePO4 bauen lassen. Rundzellen 10p17s (10 parallel, 17 seriell). Soweit ich ermitteln konnte kommt man so auf 54V und 30Ah. Spitzengeschwindigkeit lag damit nur bissl was über 60kmh.
Akkuchemie ist immer ein Kompromiss. LiFePO4 sind sicherer in der Anwendung, dafür haben sie größeren Innenwiderstand und bringen nicht so hohe Ströme. Verwendung von Rundzellen macht das nicht gerade einfacher, Vorteil flacher Zellen liegt darin das man die dünne Metallfolien großflächig herausführen kann und so leichter auf hohe Spitzenströme kommt.

Der Spannungsverlauf und Unterspannungsgrenze ist deutlich anders als bei LiPo. Bezogen auf die Quantya war das dann erstmal etwas undurchsichtig, zwar hat der Regler eine einstellbare Mindestspannung (wenn man das Siegel bricht***), aber die zentrale Stelle am Mopped ist die Batteriestandsanzeige. An der hängt der Zündschlüssel und auch der Hauptschütz dran der den Akku vom Regler trennt. In dem Ding steckt ebenfalls ein Spannungswächter drin. Bei Unterspannung bleibt das Relais halt aus, bzw rollt ziemlich unvermittelt antriebslos durch der Pampa. :/
Vermutlich kann man an dem Batteriewächter auch die Spannung über Dip-Schalter korrigieren, bislang habe ich aber nur Doku zu der Version für Blei-Säure-Akkus gefunden. Auf dem Typschild steht was von "Firmware: Quantya". Ob und was genau man da einstellt ist also unklar.

Klar war zu dem Zeitpunkt das ich nicht auf den Winter warten brauche, Nutzbarkeit ist fragwürdig. Bezüglich Sicherheit hab ich mir noch keine großen Sorgen gemacht. Also den Akkupack ausgebaut und aufgemacht.
Akku LiFePo 1.jpg
Wie original sind 2 Sicherungen verbaut. Die 250A für den Fahrstrom, die "kleine" 80A als Absicherung des Ladesteckers.
Interessant an dem Akku ist das was man nicht sieht. Oder anders ausgedrückt: Am BMS hat's nicht gelegen, ist keins drin. :o0:

Knifflig wird die Sache halt wenn man sich vor Augen führt das ein Unterspannungswächter zwar eine feine Sache ist, aber wenn man genug Zellen in Reihe schaltet hat man irgendwann das Problem das der Hub des Verbunden so groß ist das man den Zusammenbruch einer einzelnen Zelle gar nicht mitbekommt.
Den Pack durchgeprüft, siehe da:
Akku LiFePo tot.JPG
Eine der Parallelbänke ist Tod.
Hab etwas rumprobiert (unter Aufsicht) ob die sich aufpäppeln lässt, vielleicht etwas Ladung annimmt. Keine Chance.
Also ist der Akku prakisch nur noch 16s. Das Ladegerät aber immer noch auf Ladeschlusspannung 61,03V (=17s) eingestellt. Jedes mal Laden bekommen die übrigen 16 Verbände mehr als ihre jeweilige Ladeschlussspannung draufgebraten. Und da kommen wir in Gefilde wo selbst LiFePO4 gefährlich werden können!
Kleines Extra das auf den Fotos nicht rüber kommt: Die Hilfskontakte an welcher der DC/DC-Wandler hängt ging mit 1,5mm² direkt von der 80A Sicherung vom Ladeanschluss ab.
:dagegen:
Auf der Alukiste sind Aufkleber von SuperB. Scheint mir ein Importeur für Lithium-Akkus zu sein. Auf den Zellen selbst ist kein Branding und da sie keine Einzelzellen verticken vermute ich das die den Akku konfektioniert haben. Meine Schlussfolgerung: Ich kauf nix von SuperB.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich zwar schon mit ein paar Ideen jongliert wie mein neuer Akku aussehen könnte, aber so richtig tief drin war ich in der Materie auch nicht. Favorit waren 10Ah Rundzellen von Headway die mit anständigen Strömen in Relation zur Kapazität angegeben sind. Schraubanschluss dran, das macht es einfach. Mit den Dingern bauen sich auch etliche ihre Starterakkus auf. Mechanisch kam ich aber nie auf 17s, mehr als 16 bekam ich in dem Gehäuse nicht unter. Jedenfalls nicht ohne mit der Gesamtkapazität runter zu gehen, und es war schon nur 3p.
Es kam mir irgendwann etwas komisch vor das ich keine alternativen Zellen mit der Chemie gefunden hab die mit ähnlichen Parameter dienen können. Bis ich schließlich in irgend einem Hobbyforum darauf gestoßen bin in dem die Nutzer Spannungs-/Stromverläufe diverser Zellen veröffentlicht haben. Kurz: Die hohen Ströme sind nur möglich wenn man beim Spannungseinbruch beide Augen zu drückt. :-/ 16s? Da wirste im Leben nicht glücklich mit!
Nochmal eine Pack in der selben Konfiguration mit Bauform 26650 Punktschweißen? Mit der Technik hab ich mich beschäftigt, aber so recht gepasst hat mir das auch nicht.
Für Zellen in 18650 hab ich mit VRUZEND ein recht interessantes System entdeckt. Aber das braucht zusätzlichen Platz, es ging einfach nicht auf.

Zu dem Zeitpunkt war mir das noch nicht bewusst, aber es war eine gute Entscheidung eine gebrauchte, leere, originale Akkubox (30€) zu kaufen. Die Kiste der LiFePO4 hat nämlich ganz andere Maße. War zwar im Gegensatz schnellwechselfähig, aber das hilft ja auch nur wenn man 2 davon hat. :?

Am Ende wurde es eine Lösung die ich schon vor Anschaffung des Moppeds entdeckt hatte. Ein Österreicher hat da mal was für LiIon in 18650 ausgetüftelt und verkauft es als Bausatz. Das Geschäft ging an die jüngere Generation über und es sind ein paar Änderungen eingeflossen, aber grundsätzlich noch immer zu haben. Kontaktaufnahme per Email hat nicht direkt hingehauen, dafür war die Unterhaltung am Telefon ganz aufschlussreich. Als die Sache dann mal angestoßen war lief das auch fast ohne Probleme.
Was er halt nicht direkt mit anbietet sind die Zellen dazu. Da gabs eine konkrete Empfehlung, sowohl Modell als auch eine günstigen Onlineshop (https://www.nkon.nl/de/sony-us18650-vtc6.html) in den NL. Man brauch ja auch "nur" 280 Stück. 20p14s, das wären 60Ah, 600A Spitze. :cool:
Lieferzeit für den Bausatz hab ich genutzt um alle Zellen zu laden und Kapazität messen. Nicht das man es braucht, aber schaden tut's auch nicht.

Der Aufbau des Akkus hat wirklich seine Zeit gebraucht, ist aber mit etwas Aufmerksamkeit gut zu handhaben. Ob's hält wird sich zeigen. Theoretisch kann man den Satz auch wieder zerlegen und einzelne Zellen tauschen. Ratsam ist es nicht, wenn's mal soweit ist: Rundumschlag.
Akku Bausatz.JPG
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Zuletzt geändert von JAU am 19.12.2020, 14:41, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von JAU »

Akku in the Box.JPG
Dem Adlerauge wird auch da jetzt auffallen: Wo ist das BMS?

Das ist jetzt einer der Punkte die beim Telefonat rum kam. Moderne Zellen haben eigentlich kein Problem mit Serienstreuung. Ein Auge drauf ob sie unterschiedlich altern sollte reichen. Ich habe mich für einen Ansatz entschieden der bei den Modellbauern recht beliebt ist, der zwingend nötige Balancer ist da meist im Ladegerät. Der Akku hängt da also nicht ständig dran sondern wird nur für Ladung angebunden. In der Größe die ich brauche ist das eher untypisch, hab ich mir mit einem aktiven Balancer vom Chinamann halt selbst was gezaubert.
Balancer extern offen.JPG
Jede Zelle herausgeführt zur Spannungsprüfung und zwischenzeitlich ist da noch ein Digitalthermometer mit drin das den Sensor im Akkupack auswertet.
Akku LiIon.JPG
Wie BMS haben Balancer nämlich auch die unschöne Angewohnheit immer ein bisschen an der Batterie zu saugen. Und wer den Hinweis im Handbuch übersehen hat das der Akku alle 6 Monate nachzuladen ist... Tja, der treibt seinen xxxx€ Speicher mit Sicherheit in die Unterspannung. :ugly:

Moment... :?

Wie war der DC/DC-Wandler noch gleich angebunden?
Direkt am Fahrakku. Ohne jede Abschalteinrichtung! :censored:


Ob mir das so "Anwender"freundlich genug ist wird sich zeigen. In die Kiste noch ein BMS rein quetschen das den Fahrstrom dauerhaft wegsteckt ist halt nicht wirklich möglich. Es spricht aber auch nix dagegen ein BMS direkt ans Mopped zu bauen. Spätestens wenn der Batteriewächter die Hufe hebt (Hersteller ist dick im Geschäft, aber das Sondermodell für LiPo wohl nimmer) bietet sich das für Fahrzeuge konzipierte TinyBMS an.
Beim Balancer ginge auch eine Stufe höher. Es gibt da Geräte mit Bluetooth Schnittstelle wo man per App die Zellspannungen checken kann. Soll wohl ganz brauchbar sein.

Derzeit nutzte ich für den Lichtstrom einen kleinen 12V Bleigelakku den ich extern lade. Ich denke aber für Bequemlichkeit baue ich den DC/DC_Wandler wieder ein. Diesmal aber nach dem Relais für den Fahrstrom angebunden, dann wird er mit abstellen der Zündung auch vom Akku getrennt. Und eine angemessene Sicherung bekommt er dann auch. :wink:
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von Hendrik »

Du bist ja nicht aufzuhalten - 280 Zellen zu je 6€ - das ist eine Stange Geld - dafür muss sie dann aber wieder gut fahren ;-)

Habe mal ein bischen gesucht - so in etwa sah der Rohling aus:

https://www.ebay.de/itm/184555319882

Die Abflachung war fürs Schweißen gedacht.

Altes Ritzel auf der Drehbank entsprechend runterschleifen, dass der RIng draufpasst und dann mit Punktschweißen aufbringen...

Gruß

Hendrik
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von obelixx »

Wenn die o.a. Liste stimmt, dann ist die Kette 1/2x5/16 eine Standard-Normabmessung ... wenn es sich bei der "428er-Kette" um die Endantriebskette handelt ...

https://www.norelem.de/de/de/Produkte/P ... O-606.html

Könnte man das alte Ritzel nur soweit abdrehen, dass man einen "schlanken Adapterflansch" erhält, auf dem das "Austauschritzel" aufgepasst werden kann.
Verbindung mittels Niete (könnte man wider ausbohren) ... oder ist vielleicht noch etwas mehr Platz um besser zu adaptieren ?
Grüße aus Plattdeutschland / Stephan
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von JAU »

Hendrik hat geschrieben: 19.12.2020, 23:25 280 Zellen zu je 6€ - das ist eine Stange Geld
Da greift schon der Mengenrabatt, es waren knapp <1000€.
Allerdings nur die Zellen ohne das drumrum.
obelixx hat geschrieben: 20.12.2020, 08:57 oder ist vielleicht noch etwas mehr Platz um besser zu adaptieren ?
Nicht wirklich. Zwischen den beiden Rädern hat die Hülse nur 34mm Außendurchmesser. Also 4mm Wandung, für einen Flansch reicht das nicht wirklich.
Schrauben wäre mir am liebsten, ist aber etwas knifflig weil zum Rahmen auch nicht viel Platz ist. Der Lochkreis vom Riemenrad ist da kein Ansatz, der ist zu groß für ein 17er Ritzel.

Was mir da bei der Beschäftigung mit dem Thema als Idee kommt:
Ritzel bis auf knapp 34mm entfernen, Flansch vom Riemenrad auf Ritzelseite plan drehen (oder nur Planschlag prüfen). Gewinde im Flansch ausbohren. Zwischen die beiden Räder eine außen konische Buchse mit Gewinden für Riemenrad und das neue Ritzel. Ritzel mit Senkkopf an der Buchse anschrauben.


Doppelritzel hab ich schonmal für 2 Teilungen durchgerechnet:
Primärantrieb.jpg


mfg JAU
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obelixx
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von obelixx »

Dein Ansatz wäre auf jeden Fall eine potentielle Lösung.
Ich würde deinen "Adapterring" aber auf die Adapterhohlwelle auflöten (mit Silber).
Die Schraubverbindung zum Ritzel solltest du aber nachrechnen, nicht das du da dann nur eine "Betriebssollbruchstelle" einschraubst.

Zum löten würde ich das Altritzel auf d=33 g6 abdrehen, so dass die Fläche schön sauber ist.

Alternativ kannst du auch nur das alte Ritzel wegdrehen, so dass ein winziger Anschlag entsteht.
Das neue Ritzel dann auf D=33 H7 ausbohren , ohne Fase an der "Bundanschlagseite".
Und dann auflöten mit Silber ... Zinn ist wohl zu instabil, schätze ich (habe damit keine Erfahrung ausserhalb der Elektrik und Wasserrohrlöterei).
Dann sollte es keine Festigkeitsprobleme geben ... ich schätze, dass eine Silberlotverbindung gut ist für über M=1000Nm.
Und man könnte es genauso wieder instand setzen.
Grüße aus Plattdeutschland / Stephan
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JAU
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von JAU »

Löten finde ich schon mal sympatischer als schweißen. Irgendwann wird man den Spaß ja wiederholen müssen.

Mit der Passung -0,009&+0,025mm wird das aber eher nix werden. Man braucht einen Mindestspalt damit das Lot anständig fließen kann, für Silberlot 0,1mm.
Wenn man nur einen Flansch auflötet wäre das gar kein Thema, den kann man nachbearbeiten. Aber du wirst vermutlich eher daran gedacht haben das Ritzel direkt auf die Hohlwelle zu bauen?


mfg JAU

Nachtrag, gerade mal mit Zahlen gespielt:
Der Motor bringt bei 48V 31,5Nm. Primärübersetzung ist 30/50, also 52,5Nm an der Hohlwelle.
Standardritzel sind 7mm breit. Durchmesser wie gesagt 34mm.
Nach Formel wird die Lötverbindung mit 4,13N/mm² belastet.
Da würde sogar Weichlöten (20N/mm²) reichen. :?
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Hendrik
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Re: Quantya Evo 1

Beitrag von Hendrik »

Ich habe nicht nachgerechnet - ein Gedanke, der mir aber doch kam, ist aber bezogen auf die Vibrationen/Stöße.

Ist die Lötverbindung auch dauerhaft ausreichend stabil?

Gruß

Hendrik
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