Rally Breslau 09

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Bruno
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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von Bruno » 02.07.2009, 22:48

Mein Respekt sei euch gewiss... :o
Beste Grüße
Jens

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Schubmän
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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von Schubmän » 02.07.2009, 23:24

Hut ab Frau Mütze!!! Wenn man Deine Ausführungen so liest war der Prolog und die Sandgrube am SA/SO ja ein "Zuckerschlecken" im Gegensatz zum Rest. Jungs, ich kann auch nur das Breslau-Cap ziehen und meine Fittness für die Breslau 2010 trainieren.... :D !

Steff hat jetzt die Bilder und wird sie sicher seitnah in die Forenbildergalerie stellen!

Leckt die Wunden und genießt das hoffentlich kühle Bierchen!

Ps. Vielleicht sehen wir uns in Gräfendingsbums, oder mal in Kiel, dieses Jahr!

Euer Schubmän der auch weiter im Forum bleibt, trotz..... 8)
Zuletzt geändert von Schubmän am 05.07.2009, 11:59, insgesamt 1-mal geändert.

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Hendrik
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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von Hendrik » 02.07.2009, 23:36

Meine allerherzlichsten Glückwünsche!!!!
Baghira Black Forest '04@160,0Mm, Baghira Silverduro '97@39,6Mm
Irgendwas ist immer...

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schiggyf
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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von schiggyf » 03.07.2009, 20:50

sinu7 hat geschrieben:Mädels - WELL DONE !!!!!!!!!!

Muß euch erst mal einer nachmachen !!!!!!!
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen :!: :mrgreen:

Ich weiß schon warum ich in Rumänien lieber mal mit dem Opa nen Schnaps (mehr) getrunken hab.
Endurofahren ist nur was für Masochisten :mrgreen:
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taucher
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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von taucher » 03.07.2009, 21:48

Nächstes Jahr machen wir was leichtes zB Frank sein Supermotorennen :? :mrgreen:
Ralph
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Der Mensch hat Jahrtausende gebraucht um aufrecht zu gehen, warum sollte er dann gebückt Motorrad fahren?

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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von Rudico » 03.07.2009, 22:00

Respekt für die Leistung - und die Entscheidung aufzuhören!

Gute Jungs :D :) :wink:
___ Das Glück Muß Entlang Der Straße Gefunden Werden, Nicht Am Ende Des Wegs ____ D.Dunn

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schiggyf
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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von schiggyf » 03.07.2009, 22:53

taucher hat geschrieben:Nächstes Jahr machen wir was leichtes zB Frank sein Supermotorennen :? :mrgreen:
Genau :mrgreen:
Nach Transsylvanien können wir aber auch mal wieder. Das war doch auch gemütlich. Der Opa ist bestimmt traurig das wir dieses Jahr nicht gekommen sind :wink:
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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von Martin33 » 04.07.2009, 08:59

Rumänien ist gegen die Breslau ein Ponyhof. Ich will da auch wieder hin.

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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von Mika » 04.07.2009, 17:31

Das war schon eine mutige Sache von Euch, dort mitzufahren. Das Ergebnis ist dabei gar nicht so wichtig.

Ist toll, dass Ihr so als ungesponsorte Normal-Buerger das gewagt habt unter diesen ganzen Profis, die sich da Materialschlachten liefern.

Helm ab!

Hochachtungsvoll

Mika

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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von JAU » 04.07.2009, 22:22

Wunderbar. Knochen heile, Mopped heile. Und ein Ziel fürs nächste Jahr: durchkommen. :)


mfg *derWegistdasZiel*
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Martin33
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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von Martin33 » 05.07.2009, 21:31

Ich habe mal einen Bericht für meine Erinnerungen angefangen.
Dresden Breslau 2009 Bericht


Vor einem Jahr beschlossen Raph und ich „Die Breslau“ zu fahren. Als Vorbereitung diente uns die Baja-Saxonia. Wie es dazu kam weiß ich nicht mehr, aber nun ist es soweit, alle Vorbereitungen haben ein Ende. Das Joggen, das Fahrrad fahren, das Schrauben, Einkaufen, Roadbook-Übungsfahren, das Durchwühlen des Internets --- alles gipfelt jetzt in dem Ereignis schlechthin: „Die Breslau“.
Als Servicetruck haben wir praktischerweise einen Atego Möbelwagen mit Schlafkabine, in der zwei bequeme Betten sind und jede Menge Platz im Möbelkoffer. Den brauchen wir auch. Wir haben so ziemlich alles mit, was wir besitzen. Darunter auch Schweißgerät, Wäscheleine, Ersatzkupplung, Tisch, Stühle, Feldbett und nicht zu vergessen Antimückenzeugs.

Ankunft in Dresden.

Wir erreichen das Messegelände in Dresden, finden einen Platz. Gleich hinter uns baut Tina Meier auf und der Vorjahressieger mit der Starnummer 1.
Wir erhalten bei der Orga Aufkleber, T-Shirts, Schlüsselband, Mütze, Mülltüten und Servicefahrer-Roadbook. Mit den Händen voller Krempel registrieren wir uns bei Sportident und bekommen den Zeiterfassungsstick und gleich einen Ersatz hierfür hinzu. Als ich Sportident sehe, ziehe ich eine Augenbraue nach oben und erinnere mich missfallend daran, dass diese auch die Auswertung der Baja-Saxonia „verbrochen“ hatten und wahrlich nichts auf die Reihe bekamen. Tja, was soll´s. Ich bin sowieso nicht wegen einer Wertung hier. Anschließend erhalten wir eine kleine Erste-Hilfe-Schulung, für die ich dankbar bin, da nun auch andere Fahrer wissen könnten, wie sie mir im Ernstfall helfen können.
Dann heißt es eine Stunde anstehen, um die elektronische Essenmarke zu empfangen.
Weiter hetzen wir mit Schutzkleidung, Verbandspäckchen und „TÜV-konformen“ Mopped zur Abnahme. Dort erfahren wir, dass wir die grüne Versicherungskarte mitbringen sollen. Shit. Hamwer nich. Stand nirgendwo. Unser mieses Gefühl über die Qualität der Orga verstärkt sich. Denn Infos gibt´s nur gerüchteweise. Auch einen Tag vor der Rallye gab es keine Infos wie der Ablauf ist, welche Etappen zu fahren sind, wie die aussehen, in welchem Gebiet die gefahren werden u.v.m. Wir werden uns noch häufig darüber ärgern müssen.

Nach der Abnahme beschließen Ralph und ich den Prolog abzugehen, weil Profis das nun mal so machen. In voller Montur laufen wir los und hören, dass wir ca. 1 Stunde brauchen werden um ihn abzulaufen. Was, so groß, dachte ich bei mir. Wir latschen los. Start, Betonpiste (easy, denke ich) durch eine Halle fahren (Kein Problem, denke ich. Achtung, könnte glitschig sein, schnelle Lichtwechsel…..hmhm), aus der Halle raus, zweimal links, Schienen, Fundamentreste, eine Mauerstück mit 50 cm Absatz. Hmmm, denke ich, hier könnte ich das erste Mal liegen. Ich stehe vor der großen Verschränkung. Bin fassungslos. Unmöglich darüber zu kommen. Es sind tiefe Baggerlöcher, 1,5 * 1,5 m, etwa 1,2 m tief und alle so versetzt, dass keine fahrbare Spur zu finden ist. Ich würde also spätestens im zweiten Loch liegen und nie wieder herauskommen. Erde würde mich bedecken, ich würde erst anderen Mitfahrern als Überfahrthilfe dienen, später den Würmern als Speisung und in tausend Jahren Archäologen als Rätsel. (Schlagzeile „Mumie zusammengerollt mit chemisch angetriebenen Gerät als Grabbeigabe gefunden!“).
Es sind auf diesem Teil noch 4 tiefe Löcher, Anlieger und Sprungschanzen zu fahren. Die sehen übel aus, aber da habe ich Hoffnung. Die Strecke enthält allerdings noch viel mehr üble Sachen. Allein die Erinnerung daran lässt mich schaudern.


Prolog http://www.youtube.com/watch?v=3SeN45wKKvQ

Ich ziehe mich an, ich schwitze schon. Die Nervosität ist grauenvoll. Habe mich entschlossen, Trinkrucksack und Werkzeug mitzunehmen. Habe die Befürchtung, dies könnte ein verhängnisvoller Ausflug sein. Wir stellen uns auf der Brücke beim Camp zum Vorstart an. Die Nervosität hat alle ergriffen. Wir könnten ein Mal pro Minute urinieren.
Da sehen wir, wie im Kornfeld unter der Brücke ein über und über behaarter Kopf auftaucht, mit einer Hand hinter sich rumfummelt, sich sein Werk besieht und Richtung Camp marschiert. Wir sind nun sicher, dass ein Yeti das Camp angreifen wird. Zum Glück sind wir da gerade nicht.
Später erfahren wir, das es ein französischer Racetruck-Fahrer ist, von dem in der Regel nur die Augen sichtbar sind. Er fährt einen seltenen und fast antiken franz. Lkw einer Marke, die es schon lange nicht mehr gibt. Seinen Truck nennt er fast liebevoll: Pon Pon.

Wir werden sortiert. Gestartet wird nach Startnummer zu je 5 Fahrer je Grupp in 2 Minuten Abstand. Da wir die Nummern 15 und 16 haben, sind wir also recht weit vorne. Wir werden zum Start geschickt. Mir ist schlecht, ich schwitze. Wir werden schon wieder sortiert und warten. Ich bereue innig. Wem ist diese blödsinnige Idee gekommen? Wir werden weitergeschickt an die Startlinie. Pause. Ich bin unfähig zu sprechen. Neben mir ist einer auf die Knie gefallen, schnauft, hyperventiliert, hospitalisiert, die Adern an der Schläfe treten hervor, er versucht sich zu beherrschen. Wir begehen noch einmal ein paar Meter der Strecke, versuchen Baustahl aus einer Grube zu entfernen, ich weiß, dass jeder medizinballgroße Bauschuttbrocken in der Grube das Ende der Reise sein könnte.
Wir erklettern die Maschinen, die ersten Gruppen starten. Es sieht chaotisch aus. Einige stürzen. Plötzlich bin ich dran. Ich komme durch das erste Loch, die kleine Verschränkung klappt irgendwie, es folgt ein großes Loch in dessem Ausgang Ralph hängt. Ich rufe ihm zu, er solle Platz machen, damit ich ihm helfen kann. Er hört mich nicht. Er kommt weiter, ich gebe Gas, hänge an der gleichen Stelle, Ralph hilft, weiter geht’s. Ein Graben, Schotter, nasse Bahnschwellen ein CP, Walddurchfahrt mit Baumstümpfen, längs und quer liegende Stämme und Balken. Ich komme aus dem Wald auf gepflasterten Untergrund—glitschig—ich stürze, Lenker krumm. Aufsitzen—Gas.
Irgendwann bin ich an der großen Verschränkung. Ich beschließe mich links zu halten, damit ich evtl. besser geborgen werden kann. Eine kleine Spur ist schon eingeritzt. Ich komme tatsächlich ein paar Meter weit, bleibe aber mit dem Vorderrad in einem Loch fest hängen. Mit mir ein BMW Fahrer dessen Karre nicht mehr anspringt. Ich reiße am Vorderrad und lege die Kiste auf die Seite. Raph kommt, mault und hilft. Ein paar Meter weiter kommt ein kleiner Sprunghügel für die Fotografen. Noch in der Luft geht meine Karre aus. Ich komme auf—die Leistung fehlt—ich gehe fast über den Lenker und rolle links raus. Ich pumpe bereits wie ein Maikäfer und wechsele die Sicherung. Warum sie durchgebrannt ist, kann ich mir nicht vorstellen. Wieder auf der Strecke fahre ich ins erste tiefe Loch und springe ins zweite Loch, gebe Vollgas und bleibe auf der Stelle. Mist wieder die Sicherung. Über mir kommt der Baggerarm zur Bergung, links von mir fliegen die Krads durchs Loch. Ich wechsele die wieder eine Sicherung. Ein kurzer Gasstoß und ich bin draußen. Etwas später am Ziel fahre ich raus, obwohl ich nur eine von zwei Runden gefahren bin. Ich bin etwas erleichtert, dass ich einen Vorwand habe. Endlich ist es vorbei und ich muss dieses Enduro-Martyrium nicht weiter durchleben.


1. Etappe

Gleich nach dem Prolog werden wir durch die Stadt geschickt zu einer Kiesgrube auf der anderen Stadtseite. Presse und Zuschauer sind dort nicht zugelassen. Der Eigentümer ist dem Motorsport geneigt, möchte aber nicht dass die Enduristen aus der Umgebung dort hinströmen. Wir kommen an und können gleich durchstarten. Es empfängt uns wie erwartet Tiefsand und steile Abfahrten. Nach wenigen Kilometern brennt bei meinem Moped wieder die Sicherung durch. Ich wechsele das Ding und ersetzte sie durch immer stärkere. 1 Minute später das gleiche, nun aber brennt sie gleich beim einstecken durch. Ich sage Ralph, er möge weiterfahren, was er auch macht. Ich parke also auf der Strecke und rätsele, was los sein könnte und wie ich mein Moped hier wegbekomme. Ein paar Sicherungen später entschließe ich mich zur russischen Methode. Mit den Zähnen de-isoliere ich ein Stück Ersatzkabel und überbrücke die Sicherung in der Hoffnung, den Kurzschluss hören zu können, damit ich eine ungefähre Richtung habe. Es kommt schlimmer. Irgendwo in Zündschlossnähe steigt eine enorme Wolke auf mit dem Geräusch eines gebratenen Steaks. Ein Kabel zum Rallyecomputer ist auf der Länge von 15 cm verkohlt. Ich entferne es. Kann ohne Tripmaster aber die Etappe nicht fahren und melde mich beim nächsten CP aus der Strecke. Später im Camp finden wir eine Scheuerstelle an besagtem Kabel, die mit der Zeit immer grösser wurde. Deshalb also die Ausfälle in immer kürzerer Zeit.

Wir merken schnell: ein Rallyefahrer hat fast immer irgendwas zu tun. Es folgen: Moped reparieren, Fahrerbesprechung, Roadbook markieren und auffädeln, Abendessen…
Die dringend notwendige Dusche ist mehr als erfrischend. Während wir duschen wäscht eine Frau Wäsche im Waschbecken und ein Mechaniker stellt erstaunt fest, dass die Dusche Strom benötigt. Ich bin zum 5ten Mal an diesem Tage dem Herzversagen nahe und frage mich, ob das Wasser extra gekühlt wurde.
Am Abend sitzen wir mit Eric unserem Servicefahrer und Schubmän, unserem einzigen Groopie bei Lemonbier und Grappa zusammen.

2. Etappe

Aufstehen, frühstücken, fertigmachen. Heute sollen wir nach Hohenmölsen verlegen und einen Showstart auf der Augustusbrücke hinlegen. Da wir von der Orga nichts erfahren schwärmen wir aus und sammeln Informationen. Ich knöpfe mit Tina Meier vor, die fast neben uns ihre „Zelte“ aufgeschlagen hat und erfahre, dass man uns auch noch einmal in Wertung über die geänderte Prologstrecke jagen will. Weil die Strecke ja so schön ist.
Die Lkw´s fahren auch noch einmal rüber, aber als Charity-Event mit spendenfreudigen Beifahrern. Das wusste ich und hatte unserem Servicefahrer Eric auf diese Weise einen Platz bei der Startnummer 301 besorgt. Das Team Hellgeth mit ihrem Superunimog und geheim gehaltener PS Zahl. Gewinner der Vorjahresbreslau. Bekannt auch, dass man fast kein Motorgeräusch hört. Stattdessen das Pfeifen der Turbolader.
Ralph und ich rollen zum Start. Wir sind schon wieder sehr nervös. Ich rechne mir aber bessere Chancen aus, da die Strecke durch die Lkw´s ziemlich platt sein müsste. Andererseits habe ich gehört, dass die Feuerwehr gerade ein Loch mit Wasser füllt. Ich überlege noch, ob irgendein technische Defekt als Ausrede herhalten könnte, aber es fällt mir nichts ein, was man mir glauben würde.
Wir starten. Es ist die Prologstrecke andersherum, aber nach wenigen Metern stelle ich fest, dass die Änderungen enorm sind. Sie führt durch einen Schlachthof, wobei man im Gebäude zwischen den Stahlpfeilern abbiegen muss, weiter über Bauschutt in Wellen angelegt. Hier verlässt mich schon wieder mein Glück. Ein Stück Baustahl so dick wie mein kleiner Finger und 1,5 Meter lang wickelt sich in mein Hinterrad zwischen Kettenblatt in Speichen bis über den Reifen. Zum Glück ist Ralph da. In einer dieser Wellen biegen wir den Stahl auf und entfernen diesen. Aufsitzen---weiter. Es folg eine Betonhalle auf Stelzen. Ein Haufen aus Bruchziegelsteinen dient als Auffahrt. Es sind Löcher im Betonfußboden. Dann kommen tiefe Spurrinnen, ein Stück Wiese mit längs und quer liegenden Ästen, eine Wasserdurchfahrt die früher eine Entseuchungsstation für Fahrzeuge war. Nun kommen wir wieder in den Bereich der Zuschauer. Im Wasserloch erwische ich nicht gleich die richtige Spur. Ich muss rangieren und oh Wunder, ich fahre die Karre raus als wäre es kein Problem. Es folgt ein tiefes Feld mit Schlamm. Da gibt´s nur eins, nämlich Vollgas. Die Kette kracht, der Schlamm spritzt, die Zuschauer johlen dann habe ich es geschafft.
Am Ziel fragen wir, wie es weitergeht. Mal wieder weiß keiner näheres, daher fahren wir zur Orga. Ich frage eine der anwesenden Sächsinnen. Ich erklärte ihr, dass wir gerade die Strecke gefahren sind und frage, wann wir von wo zum Showstart sollen. Ich merkte, dass sie noch nicht mal die Frage verstanden hatte. Lag es an meinem Hochdeutsch? Sie gab nicht auf und dachte sich etwas aus. Die Antwort war haarstäubend. Wir beschlossen umherzufahren, bis wir jemand finden der etwas weiß und landeten an der Augustusbrücke, wo nach und nach Endurofahrer eintrudelten. Der Showstart war unspektakulär. Wir fahren auf die Rampe in der Mitte der Brücke, Foto, Blumengirlande über den Helm, ungeschminkter Tom Gerhard der die Startflagge schwenkt.
Wir eilen zurück zum Camp, verluden die Motorräder und setzten uns in Bewegung nach Hohenmöhlsen, dem Tagebau Profen wo wir um 13:00 Uhr die nächste Etappe starten sollen.

2. Etappe

Wir kommen an und nehmen uns einen Platz in einiger Entfernung zu Teams von denen wir glauben, dass sie keinen Generator betreiben. Wir machen uns bereit und versuchten an meiner Rad-Narbe einen neuen Magneten einzukleben. Ohne diesen Magneten funktioniert mein Kilometerzähler nicht und so kann ich nicht mit dem Roadbook navigieren. Die Ersatzmagneten sind nicht stark genug. Ich werde Ralph folgen müssen. Ich freue mich auf die Etappe, denn es ist ein Heimspiel, fand hier doch schon Ostern unsere Vorbereitungs-Rallye„Baja Saxonia“ statt. Das Gelände ist riesig und enthält alles, was der Endurist sich wünscht.
Nachdem im Camp keine Orga zu finden war fahren wir zum Start, von dem wir schon wissen wo er ist. Am Start werden die Fahrer auf die Strecke geschickt. Wir werden noch gefragt, ob wir am Vorstart waren. Das müssen wir verneinen und werden die 6 km zurück ins Camp geschickt. Ich bin wütend. Offenbar trägt hier kein Orga-Mensch seine Weste, damit man ihn als Wissenden erkennen kann. Im Camp finden wir jemanden der unseren Transponder resetet und können nun wieder zum Start. Die Strecke ist wunderschön. Es gibt Trial-Passagen, Steilauf- und Abfahrten, Spülfelder mit Gräben, Wald, Tiefsand und Highspeed-Passagen. Wir kamen gut durch. Nur gegen Ende verloren wir die Orientierung. Es hätte da eine Markierung sein sollen, die wir aber nicht fanden. Auch andere Teams irrten umher. Später erfuhren wir, dass diese Markierung vermutlich absichtlich entfernt wurde. Das macht mich im Nachhinein noch grimmig, da ich beim umherirren einen Steilhang mit zu viel Elan gefahren bin und in der Luft über der Kuppe schweben feststellte, dass ich etwas nach rechts hätte abbiegen müssen. Baghi und ich schlugen im tiefen Sand ein und berappelten uns wieder. Durch suchen und raten fanden wir unseren Weg und beendeten die Etappe. Dieser Tag war gut für mein Ego, da mal ein paar Sachen geklappt haben.
Im Camp beschließen wir zum nächsten Campingplatz zu fahren, um zu duschen. Wir kennen den Campingplatz schon, haben diesmal aber Pech. In die Duschen lässt man ins nicht. Wir waschen uns im See. Es ist nunmal ein Abenteuer. Später fahre ich noch mit Eric zum See damit auch er sich waschen kann. Mit unbedachtem, jugendlichen Elan springt er nackt hinein. Als er gerade mit der untergehenden Abendsonne im Rücken dem See mit „wedelnder Banane“ entsteigt, kommen just 3 Mädchen an den Strand. Es gibt beiderseitiges erröten, welches nichts mit dem Abendrot zu tun hat und Eric schwimmt hastig um einen Schilfgürtel, wo ich ihn mit dem Handtuch empfange.
Nach dem Abendessen mit unserem Fan und Unterstützer brechen wir vorzeitig das Lager ab um rechtzeitig in Polen zum Start der nächsten Etappe zu sein.

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Mika
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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von Mika » 05.07.2009, 23:15

Das is' ja man cool. Sehr interessanter und mitreissender Bericht. Und vor allem pfiffig geschrieben.

Danke

Mika

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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von taucher » 06.07.2009, 18:06

Biss dahinn wars noch lustig 8)
Ralph
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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von HolgiH » 06.07.2009, 18:26

Hallo Martin,
Klasse Bericht. Bild
Du kannst wirklich schön schreiben. Bild

Gruß
Holgi

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Re: Rally Breslau 09

Beitrag von Jenser » 06.07.2009, 19:59

Ojeh, war das jetzt ein Abenteuer oder 'nen Selbstmordkommando? :mrgreen:

Wirklich Klasse geschrieben Martin! Ich freu mich schon auf die folgenden Tagesberichte! :)

Respekt, dass ihr Euch diese Aktion zugetraut habt. Gleichzeitig finde ich es schade, dass ich Euch nicht zuschauen konnte. Schon das wäre wohl Adrenalin pur gewesen! :mrgreen:
PROBIEREN geht über STUDIEREN. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gruß, Jenser

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